Großes Presse-Echo auf IAAEU-Studie zur Wirkung von Smartphone-Verboten am Arbeitsplatz

 

Das Smartphone verändert unsere Gesellschaft, aber beeinflusst es auch die Arbeitswelt? Lenkt das private Smartphone gar von der Arbeit ab, so dass Unternehmen Maßnahmen zur Einschränkung der Smartphone-Nutzung am Arbeitsplatz ergreifen sollten? Oder ist ein Smartphone-Verbot wirkungslos und womöglich sogar schädlich, wenn es von den Beschäftigten als Zeichen des Misstrauens verstanden wird? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Forschungsteam, das mit Adrian Chadi, Mario Mechtel und Vanessa Mertins aus einem aktiven sowie zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern des IAAEU besteht, in einer aktuellen Studie.

Im Rahmen einer großangelegten Feldstudie wird untersucht, ob der Einfluss des Smartphones am Arbeitsplatz ein negativer sein könnte. Eine Vermutung von vielen Personal-Managern ist nämlich die, dass Beschäftigte ihre Aufgaben womöglich besser erfüllen, wenn sie nicht durch die private Nutzung ihres Smartphones von der Arbeit abgelenkt werden. Interessanterweise setzen sich mit diesem aktuellen Thema derzeit nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Arbeitsgerichte auseinander, wie sich im Rahmen der Diskussion im arbeitsgruppenübergreifenden Seminar am IAAEU herausstellte.

 

Um zu untersuchen, wie ein Smartphone-Verbot am Arbeitsplatz auf die Arbeitsleistung wirkt, hat das Trierer Forschungsteam den Rahmen einer repräsentativen Befragung der deutschen Bevölkerung genutzt. Einige Arbeitsbüros wurden mit einem Smartphone-Verbotsschild ausgestattet, andere hingegen nicht. Es stellt sich heraus, dass die Interviewer, die in Büros mit Verbot gearbeitet hatten, im Vergleich zu Interviewern in Büros ohne Verbotsschild in der gleichen Zeit wesentlich mehr Telefonnummern wählten. Das Smartphone-Verbot war also aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Erfolg, was eine wichtige Erkenntnis für die juristische Diskussion, aber auch für viele Arbeitgeber darstellt.

Bei einer Nachbefragung der Interviewer kamen weitere interessante Erkenntnisse zum Vorschein. Und zwar empfanden die Interviewer das Smartphone-Verbot keineswegs negativ und nur wenige verstanden das Verbot als Misstrauenssignal. Die meisten Interviewer gaben an, dass sie der These zustimmen können, das Smartphones bei der Arbeit ablenken können. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass ein Smartphone-Verbot insbesondere dann eine vielversprechende Maßnahme sein kann, wenn die Belegschaft Verständnis für ein Smartphone-Verbot am Arbeitsplatz hat. Zusätzlich zu dieser wichtigen Voraussetzung muss grundsätzlich auch ein Arbeitsumfeld gegeben sein, in dem aus Sicht des Arbeitgebers kein großer Vorteil aus der Nutzung des Smartphones entsteht. In der IAAEU-Studie wurde eine Arbeitsaufgabe betrachtet, bei der das eigene Smartphone nicht helfen, sondern eigentlich nur ablenken konnte. Da dies nicht in jeder Firma der Fall ist, befürwortet das Forschungsteam keineswegs ein generelles Smartphone-Verbot am Arbeitsplatz. Es müssen zunächst die entsprechenden Voraussetzungen dafür gegeben sein.

 

Obwohl bisher nur die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung öffentlich bekannt gemacht worden sind, ist bereits jetzt das Presse-Echo auf die Studie sehr groß. Unter anderem haben Medien wie Die Welt, Rheinische Post, Landeszeitung Lüneburg, Hamburger Abendblatt sowie Saarbrücker Zeitung in Print- sowie Online-Formaten über die Smartphone-Studie berichtet. Weiterhin gab es zahlreiche Anfragen und Einladungen zu Diskussionsrunden von Arbeitgeberverbänden, was das große Interesse an der Forschung am IAAEU verdeutlicht.